Was sind Chakra-Meditationen? Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

Auch wer noch nie etwas von Chakren gehört hat, kann sie hin und wieder spüren. Zum Beispiel dann, wenn das Herz voller Liebe ist. Oder die Wut im Bauch tobt. Doch was sind Chakren genau? Wie können Meditationen helfen, sie ins Gleichgewicht zu bringen? Wir verraten es Ihnen in unserer Online-Anleitung für Anfänger.

Was sind Chakra-Meditationen? Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

Was sind Chakra-Meditationen? Eine Definition

Das Wort „Chakra“ ist indischen Ursprungs und heißt auf Deutsch „Rad“. Damit ist Energie gemeint, die im Körper zirkuliert. Neben Herz und Nabelgegend gibt es fünf weitere Zentren, in denen sich viel Energie sammelt. Meditationen sprechen diese Bereiche an, lösen Blockaden und geben Kraft. Soweit eine kurze Erklärung.

Es gibt keine besonderen Voraussetzungen, um mit der Chakra-Meditation zu beginnen. Das Wichtigste ist, offen zu sein. Dann können Sie ganz neue Erfahrungen machen.

1. Vorbereitung: Lassen Sie den Alltag hinter sich!

Den ganzen Tag über sind wir mit vielerlei Aufgaben beschäftigt. Deshalb ist es so wichtig, sich regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen. Die Zeit der Meditation gehört nur Ihnen. Achten Sie also darauf, dass Sie nicht gestört werden. Schalten Sie Ihr Handy aus. Vielleicht haben Sie eine Meditationsecke, die nur für die innere Sammlung bestimmt ist. Wenn Sie Rituale mögen, zünden Sie eine Kerze oder Räucherwerk an.

Beginnen Sie Ihre Meditation mit tiefen, bewussten Atemzügen. Chanten Sie ein beliebiges Mantra oder lauschen Sie ruhiger Musik, um sich zu entspannen. Spüren Sie jede Zelle Ihres Körpers. So kommen Sie Stück für Stück im Hier und Jetzt an. Genießen Sie das Gefühl, ganz in Ihrem Körper aufzugehen. Dieser Moment gehört nur Ihnen!

Wenn Ihr Tag sehr anstrengend war oder Sie sehr gestresst sind, kann es auch sinnvoll sein, erst etwas Dampf abzulassen. Tanzen Sie durch den Raum oder laufen Sie auf der Stelle, bis sich Ihre Atemfrequenz beschleunigt. Dann werden Sie ganz still, um nachzuspüren. Was hat sich verändert?

Wenn Sie bereit sind, kann die Chakra-Meditation beginnen. Sie können entweder alle Übungen nacheinander machen oder sich einzelne aussuchen.

2. Muladhara: So stärken Sie Ihre Wurzeln

Wer gut mit der Erde verbunden ist, fühlt sich sicher, zentriert und stabil. Meditationen für das Wurzelchakra helfen, diese Fähigkeiten zu kultivieren. Dasselbe gilt für Yoga-Übungen. Achten Sie bei den Asanas darauf, konsequent in einer meditativen Haltung zu bleiben. Auch wenn Sie sich bewegen, sind Sie ganz zentriert. Sie können sich entweder auf den Punkt zwischen den Augenbrauen oder auf Ihren Atem konzentrieren.

Yoga-Übung für das Muladhara-Chakra:

Stuhlposition: Gehen Sie in die Hocke, so dass die Oberschenkel parallel zum Boden sind. Die Arme gehen zwischen den Beinen hindurch nach hinten, um die Knöchel zu umgreifen. Halten Sie den Rücken gerade. Der Nacken ist die Verlängerung der Wirbelsäule. Halten Sie diese Asana ein paar Minuten und spüren Sie dann nach.

Meditation aus dem Kundalini Yoga:

  • Setzen Sie sich in den Schneidersitz. Die Augen sind ein Zehntel geöffnet und schauen geradeaus.
  • Die Handrücken und die Finger berühren sich. Die Daumen sind abgespreizt.
  • Konzentrieren Sie sich auf den untersten Teil der Wirbelsäule, das Steißbein. Stellen Sie sich vor, wie Energie von dort bis zum Scheitel und zur Nasenspitze fließt. Fahren Sie sechs Minuten fort.
  • Dann bringen Sie die Hände in die Gebetshaltung.
  • Chanten Sie das folgende Mantra: Gobinde, Gobinde, Gobinde, Gobinde, Gobinde, Gobinday. Eine Runde dauert rund fünf Sekunden. Fahren Sie insgesamt fünf Minuten fort.

Atmen Sie tief ein, halten Sie einen Moment und atmen Sie dann aus. Entspannen Sie die Haltung und spüren Sie nach.

3. Svadishtana: Im Fluss der Gefühle

Das sogenannte Sakral-Chakra steht für Geduld, Kreativität, positives Denken, einen entspannten Umgang mit Sexualität und verantwortungsbewusste Beziehungen.

Yoga-Übung für das Sakral-Chakra:

Frosch: Setzen Sie sich auf die Zehen, die Knie sind auseinander. Die Fersen berühren sich und sind vom Boden abgehoben. Die Fingerspitzen sind vor Ihnen auf den Boden abgelegt und Sie schauen nach vorne. Mit dem Einatmen heben Sie die Hüften, aber die Finger bleiben am Boden. Mit dem Ausatmen senken Sie die Hüften und schauen wieder nach vorne.

Meditation:

  • Sitzen Sie aufrecht und verschränken Sie die Finger ineinander. Die Handflächen zeigen nach oben, die Handkanten befinden sich auf der Höhe des Zwerchfells. Die Daumen zeigen nach außen.
  • Die Augen sind ein Zehntel geöffnet und schauen auf den Boden.
  • Atmen Sie vier Sekunden lang ein und chanten Sie dann 12-mal „Wahe Guru“. Eine Runde dauert 12 Sekunden. Fahren Sie elf Minuten fort.

4. Nabel-Chakra: Das innere Feuer entfachen

Ein ausgeglichenes Nabel-Chakra schenkt Selbstachtung, Urteilsvermögen, Stärke und den Willen, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Meditation:

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl.
  • Der rechte Daumen liegt über dem linken. Die Handflächen schließen sich darüber, während die Daumen so weit innen sind wie möglich. Die kleinen Finger sind aneinandergedrückt. Die Spitzen der Zeigefinger pressen ebenfalls aufeinander. Sie befinden sich auf der Höhe der Lippen vor dem Körper. Die Arme sind parallel zum Boden.
  • Die Augen sind ein Zehntel geöffnet.
  • Atmen Sie ein und chanten Sie „Har Har Har Har Hari Hari“ in einer monotonen Stimmlage. Fahren Sie 31 Minuten fort.

Mantra:

Wenn Sie nur ein Mantra chanten möchten, können Sie auch den Laut „Ram“ 108-mal wiederholen. Zum Beispiel zu folgender Musik.

5. Anahata: Gutes fürs Herz

Das Herz-Chakra ist häufig am leichtesten spürbar. Dass hier viel Energie schlummert, dürfte klar sein. Wer ein ausgeglichenes Herz-Chakra hat, ist freundlich, mitfühlend und verständnisvoll. Man springt gerne ein, wenn andere Hilfe brauchen, und ist mit der Liebe im Herzen verbunden.

Achtsamkeitsübung für das Herz-Zentrum:

  • Spüren Sie Ihr Herz. Wie fühlt es sich an?
  • Stellen Sie sich vor, Ihr Herz wäre voller Licht. Atmen Sie Licht ins Herz hinein und lassen Sie es immer größer werden, bis es nach außen strahlt.
  • Umarmen Sie Ihr Herz und lassen Sie sich hineinfallen.
  • Lassen Sie mit jedem Atemzug mehr los.
  • Baden Sie in einem Gefühl der Dankbarkeit und des Friedens.
  • Wenn Sie die Augen öffnen, versuchen Sie, dieses Gefühl zu halten.

Mantra:

Wenn Sie gerne mit Musik meditieren, können Sie das Guru-Ram-Das-Mantra chanten (Guru Guru Wahe Guru, Guru Ram Das Guru). Halten Sie Ihre Aufmerksamkeit dabei am dritten Auge. Je mehr Hingabe Sie haben, desto mehr Stellen Sie die Weichen für die Heilung des Herz-Raumes. Musikalische Begleitung finden Sie hier:

6. Vishudda: Die Kraft des Wortes ruht im Hals-Chakra

Das Kehl-Chakra steht für die Fähigkeit, effektiv zu kommunizieren, die Wahrheit zu sagen und authentisch zu sein.

Yoga-Übung:

Kopfkreisen: Bewegen Sie Ihren Kopf mit dem Einatmen nach hinten und mit dem Ausatmen nach vorne. Ihr Kopf beschreibt langsam Kreise, aber die Nase schaut immer nach vorne.

Atem-Technik:

Die Ujjayi-Atmung tut dem Hals-Chakra gut. Hier eine Kurz-Anleitung für Anfänger: Atmen Sie ein und lenken Sie den Atem in die Kehle. Dabei darf ein leises Geräusch entstehen. Im Anschluss atmen Sie vollständig aus. Der Atem fließt aus der Kehle heraus und macht wieder ein leichtes Geräusch

7. Ajna: Sitz der Weisheit

Das dritte Auge ist das Zentrum der Intuition. Hier ruhen Verständnis und Konzentration, Phantasie und ein Gefühl der Identität.

Meditation für das Stirn-Chakra:

  • Verschränken Sie die Mittel- und Ringfinger Ihrer Hände ineinander. Sie zeigen zum Körper. Die Fingerballen drücken kraftvoll gegeneinander. Überkreuzen Sie die Zeige- und die kleinen Finger. Die Handflächen schauen zum Körper, die Daumen weisen nach oben. Heben Sie die Arme auf die Höhe der Schultern.
  • Die Augen sind ein Zehntel geöffnet und blicken auf die Nasenspitze.
  • Wiederholen Sie 16-mal das Mantra „Hari“ auf monotone Art und Weise. Bei jeder Wiederholung ziehen Sie den Bauchnabel leicht ein.

Geführte Achtsamkeitsübung:

  • Klopfen Sie leicht auf den Punkt zwischen den Augenbrauen.
  • Pressen Sie dabei die Zunge auf den oberen Gaumen.
  • Schauen Sie mit geschlossenen Augen auf den Punkt zwischen den Augenbrauen.
  • Spüren Sie, wie Licht in das dritte Auge und von dort ins Gehirn fließt.
  • Lösen Sie die Haltung.
  • Stellen Sie sich dann schulterbreit hin und beugen Sie mit dem Einatmen die Ellenbogen. Die Finger zeigen zum Himmel. Ziehen Sie die Schultern leicht zurück und beugen Sie das Kreuzbein leicht nach hinten. Öffnen Sie Ihre Brust und lassen Sie den Kopf leicht nach hinten fallen. Beim Ausatmen neigt sich das Kreuzbein wieder nach vorne und die Wirbelsäule wird rund. Die Ellenbogen sind vor der Brust und das Kinn fällt leicht auf den Oberkörper. Wiederholen Sie die Sequenz neunmal.

8. Sahasrara: Demut & Weite

Das Kronen-Chakra verbindet uns mit der Einheit des Lebens. Es erhebt uns über das Alltägliche hinaus.

Yoga-Übung für das Kronen-Chakra:

Sat Kriya: Setzen Sie sich auf Ihre Fersen. Bringen Sie die Arme nach oben, so dass sie an den Ohren anliegen. Alle Finger sind verschränkt, nur die Zeigefinger sind ausgestreckt. Wenn Sie „Sat“ chanten, ziehen Sie den Nabel leicht ein. Bei „Nam“ entspannen Sie ihn.

Affirmation:

  • Konzentrieren Sie sich auf den Scheitel.
  • Spüren Sie, wie ein Lichtstrahl hineinfällt und durch den ganzen Körper pulsiert. Genießen Sie die Wärme.
  • Wiederholen Sie im Geiste folgenden Satz: „Ich bin von Licht umgeben. Dieses Licht beschützt mich.“
  • Werden Sie eins mit dem Licht.

Üben, üben, üben

Die Chakren zu öffnen, braucht Zeit. Vielleicht schaffen Sie es, regelmäßig ein kleines Zeitfenster freizuräumen. Eine halbe Stunde ist nicht viel, kann aber erste Veränderungen in Gang setzen. Morgens nach dem Aufstehen ist die beste Zeit, um zu meditieren. Genießen Sie es! Wenn Sie offen sind, werden Sie ständig etwas Neues dazu lernen. Sie merken dann, wie sich die Wirkung der Meditation immer mehr entfaltet.

Wenn Sie Unterstützung brauchen, können Sie sich in einem Workshop inspirieren lassen. Hier erfahren Sie mehr. Dort können Sie auch ganz persönliche Fragen klären. Zum Beispiel, wenn Sie an bestimmten Themen arbeiten wollen (Depressionen, Einschlafprobleme, Loslassen etc.). Übrigens: Wenn Sie es mit der Meditation nicht übertreiben, hat sie keine Nebenwirkungen und ist nicht gefährlich.

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