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Indien für Anfänger: So vermeidest du Fettnäpfchen

Wenn du in einer indischen Metropole aus dem Flieger steigst, betrittst du eine andere Welt. In Indien ist nicht nur alles laut, bunt und chaotisch – die feinen Unterschiede liegen im Kitt, der das soziale Gefüge zusammenhält. Damit du ganz in diese fremde Welt eintauchen und die einmalige Kultur des Landes besser verstehen kannst, verrät dir dieser Artikel, wie du dich korrekt verhalten und Fettnäpfchen vermeiden kannst.

Lachender Guru am Gangesufer
Indischer Guru am Ganges.
© Chris Singshinsuk/Shutterstock.com

Mit Indern ins Gespräch kommen: Namaste!

Scheue Blicke sind den Indern fremd. Wundere dich nicht, wenn du auf offener Straße angestarrt, fotografiert oder gefilmt wirst. In einem Land, in dem die dunkle Hautfarbe dominiert, fällst du einfach auf. Außerdem sind Inder neugierig: Sie wollen wissen, woher du kommst, wie du heißt und wie es dir in Indien gefällt. Beste Voraussetzungen also, um schnell neue Kontakte zu knüpfen und herauszufinden, was die indische Kultur so besonders macht. Nur solltest du stets darauf achten, dich richtig zu verhalten.

Weltgewandten Indern, die in einer der vielen Metropolen des Landes zu Hause sind, kannst du womöglich sogar die Hand schütteln. Besser ist es aber, die Handflächen aneinanderzulegen und „Namaste“ zu sagen. Diese uralte Grußformel stammt aus den Veden und heißt laut Mahatma Ghandi: „Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert, […] wo […] wir beide nur noch eins sind.“

Mit dieser Geste punktest du vor allem, wenn du in einem Ashram zu Gast bist und Yoga in Indien ausprobieren möchtest.

Hinduistische Statue mit gefalten Händen
Die Hände zu falten, ist eine uralte Geste – und dient auch heute noch der Begrüßung.
© Simeon Tennant/freeimages.com

Mit Englisch wirst du vor allem in den Großstädten weit kommen. Auf dem Land herrscht eher „Tutti-Frutti-Englisch“ vor, ein Gemisch aus Englisch und Hindi. Hier helfen auch Gesten weiter. Aber lass dich nicht verunsichern, wenn dein Gesprächspartner dauernd den Kopf schüttelt – so drücken Inder nicht Ablehnung, sondern Zustimmung aus.

Tischknigge: Linkshänder gehen leer aus

Knuspriges Naan-Brot, würziges Masala und cremiger Mango-Lassi: Die indische Küche hat viele Leckerbissen zu bieten. Aber wundere dich nicht, wenn das Essen anders als in deutschen „indischen Restaurants“ schmeckt. Mal ist es schärfer, mal würziger – und meist schmeckt es dank der frischen Zutaten einfach viel besser.

Sadya ist Keralas traditionelles vegetarisches Festessen
In vielen Restaurants gibt es ganz normales Geschirr – aber nicht in allen. © Kerala Tourism

Wenn du in ländlichen Gegenden unterwegs bist, erhältst du dein Essen womöglich auf einem Bananenblatt. Ohne Besteck. Dann greife einfach mit der Hand zu – allerdings nur mit der rechten. Die linke Hand gilt als unrein und wird eher für die Toilettengänge benutzt. Denke auf jeden Fall daran, dir vorher die Hände zu waschen, um dir keine Infektionskrankheit einzufangen.

Plane für deinen Restaurantbesuch am besten viel Zeit ein, denn es kann sein, dass du etwas länger auf dein Essen oder die Rechnung warten musst. Zeitdruck gibt es in Indien nicht, deshalb kommt der Kellner nicht auf die Idee, dass du es eilig haben könntest. Sich viel Zeit fürs Essen zu nehmen, ist sowieso viel schöner. Lehne dich also entspannt zurück und denken dir: „It’s Indian time now!“

Schuhe bleiben draußen: Verhaltenskodex im Tempel

Wie viele Götter über den indischen Subkontinent wachen, weiß keiner so genau. Zu den unzähligen hinduistischen Gottheiten kommen die Götter der Moslems, Sikhs, Buddhisten, Christen und Jains dazu. Dementsprechend unterschiedlich sind die Verhaltensregeln in den einzelnen Tempeln.

Vor hinduistischen Tempeln stapeln sich die Schuhe, denn die darf kein Gläubiger und keine Gläubige – und auch kein Gast – mit hineinnehmen. In Jaintempeln musst du darüber hinaus deinen Ledergürtel abgeben, um deine Gewaltlosigkeit kund zu tun. Besuchst du dagegen eine Gurdwara, ein Sikh-Heiligtum, ist eine Kopfbedeckung angesagt. Denke außerdem in jedem Tempel daran, dich ordentlich zu kleiden – vor allem für Frauen hält der indische Verhaltenskodex besondere Vorschriften bereit.

Blick auf den Taj Mahal
Bevor du einen Tempel betrittst, solltest du deine Schuhe ausziehen. © istock.com

Als Frau in Indien

In Indien ist die Emanzipation noch nicht so richtig angekommen. Zwar hat sich schon viel getan, aber Frauen sind Männern nach wie vor untergeordnet. Besonderen Respekt wird man dir zollen, wenn du erwähnst, dass du verheiratet bist und Kinder hast. „Wilde Ehe“ oder „Double income, no kids“ entspricht nicht gerade den indischen Wertvorstellungen.

Die Ausschweifungen der Hippies in den 60er Jahren haben Indern falsche Vorstellungen europäischer Frauen vermittelt. Deshalb ist es besonders wichtig, den indischen Dresscode einzuhalten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein, tiefe Ausschnitte sind tabu. Nackte Tatsachen werden selbst am Strand nicht gern gesehen – die Inderinnen baden, wenn überhaupt, in voller Montur. Alles andere gilt als unzüchtig.

Wenn du deinen Bikini zu Hause lässt, einem Inder wenn überhaupt nur die rechte Hand gibst und die regionalen Heiligtümer respektierst, werden dir viele aufgeschlossene und freundliche Menschen begegnen. Eine Indienreise ist eine tolle Gelegenheit, in Denk- und Glaubenmuster einzutauchen, die ganz anders sind als die eigenen. Die Welt aus einer anderen Perspektive sehen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, inspirierende Denkanstöße erhalten – das alles verspricht dir eine Reise ins Land der Gegensätze.

Zum Weiterlesen: Wie Frauen sicher alleine durch die Welt reisen, erfährst du hier.

4 Gedanken zu “Indien für Anfänger: So vermeidest du Fettnäpfchen

  1. Guten Tag,
    es ist gut zu wissen, dass man bei einem Tempelbesuch wirklich die Schuhe draußen lassen sollte. Es würde mich beschämen einen schlechten Eindruck zu machen deswegen. Die indische Kultur fasziniert mich schon lange Zeit, sie sind so im Einklang mit den Tieren in ihrer Umwelt.

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