Wenn der Himmel brennt: Wie Polarlichter entstehen

Der Himmel hat die Menschen mit seinen zahllosen Sternen schon immer fasziniert. Besonders gebannt waren sie von den grünen, gelben, roten und blauen Lichtern, die dann und wann die Nacht erhellten. Sie fragten sich natürlich, woher diese Erscheinungen wohl kommen …

Von verstorbenen Seelen und Flammen am Himmel

Polarlichter über Winterlandschaft
Polarlichter

Unsere Vorfahren fanden verschiedene Erklärungen für die pulsierenden Schleier, die vor allem in Polargebieten häufig zu sehen sind. Die Eskimos glaubten, dass es sich um Fackeln der Toten handelte, die den Lebenden Licht spenden und bei der Jagd helfen wollten. Andere Kulturkreise sahen Tiergeister oder die Seelen erschlagener Feinde darin, während antike Philosophen meinten, der Himmel stünde in Flammen. So verschieden die Deutungen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Wo immer Polarlichter auftauchen, blicken die Menschen gebannt in den Himmel, fasziniert vom Spiel der Lichter, die eine geheimnisvolle Kraft ausstrahlen. Doch wie entstehen Nordlichter wirklich?

Polarlichter entstehen, wenn Sonnenstürme tanzen

Nordlicht über Island
Nordlichter über Island

Heute wissen wir, dass die Ursache der tanzenden Polarlichter im Sonnenwind zu finden ist. Wenn die Sonne starke Ladungen elektrischer Teilchen ausstößt, verbreiten sich diese Teilchen rasendschnell im Weltraum. Manche treffen auf die Erde und werden von ihrem Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Dort bringen sie die Luftteilchen, denen sie begegnen, zum Leuchten. Manche berichten, beim Beobachten der Polarlichter ein Dröhnen oder Krachen zu hören. Tatsächlich haben Forscher mittlerweile herausgefunden, dass beim Zusammenprall der Teilchen rund 70 Meter über dem Erdboden laute Geräusche entstehen. In der Regel sind sie allerdings kaum zu hören.

Auch wenn wir heute eine rationale Erklärung für die sagenumwobenen Nordlichter haben, haben sie nichts von ihrer Faszination verloren. Ein Polarforscher, der das Nordlicht zum ersten Mal sah, berichtete, dass er von Ehrfurcht erfüllt gewesen sei, als er die magischen Lichter im endlosen Weltraum beobachtete. Andere erzählen, es sei ein Rausch der Sinne zu sehen, wie Bänder, Bögen und ringförmige Strahlen aus flammendem Licht über den Himmel ziehen. Aber Nordlichter haben noch ganz andere Auswirkungen auf Mensch und Technik.

Gefahr für Flugzeuge

Flugzeug unter den Wolken
Flugzeug unter den Wolken

Es bleibt nicht ohne Folgen, wenn starke elektrische Spannungen in der Atmosphäre entladen werden. Die elektromagnetischen Felder, die mit den Polarlichtern entstehen, können beispielsweise den Radio- und Funkempfang stören. Auch Flugzeuge sind in Gefahr: Damit die sensible Elektronik keinen Schaden nimmt, nehmen Flugzeuge bei erhöhter Polarlichtaktivität andere Routen oder fliegen in niedrigerer Höhe.

Wo gibt es Polarlichter?

Polarlichter sind vor allem im hohen Norden zu beobachten, beispielsweise in Alaska, Norwegen oder Island. Im September, Oktober und März sind sie besonders gut zu sehen – manchmal fast jede Nacht. Bei Schneeschuhwanderungen und Husky-Touren durch die Weiten Islands und in der Nähe von Gletschern und Seen, wo sich das Licht reflektiert, sind die Nordlichter wohl am schönsten anzusehen.

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